Ghana führt Impfstoffe gegen Hauptursachen für Kindersterblichkeit ein

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Gleichzeitige Einführung von zwei Impfstoffen einmalig in Afrikas Geschichte
 

Ghana first lady

Photo credit: GAVI/Olivier Asselin/2012.

Accra, 26. April 2012 – Ghana führt heute als erstes afrikanisches Land die Impfstoffe gegen Pneumokokken und den Rotavirus gleichzeitig ein, um die Hauptursachen für Kindersterblichkeit zu bekämpfen –  Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen.

Weltweit sterben an Lungenentzündungen und schweren Durchfallerkrankungen jedes Jahr rund 2,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren. In Ghana machen diese tödlichen Krankheiten 20 Prozent der Kindersterblichkeit aus. An der Zeremonie in Accra, bei der die ersten Kinder geimpft wurden, nahmen Ghanas First Lady, S.E. Dr. Ernestina Naadu Mills, der Ghanaische Gesundheitsminister, S.E. M Alban S. K. Bagbin, der Geschäftsführer der GAVI Alliance Dr. Seth Berkley, der Stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Anarfi Asamoa-Baah, die UNICEF Landesvertreterin Dr. Iyabode Olusanmi und andere internationale Gäste teil. Tausende Ghanaer waren bei der Zeremonie anwesend, um diesen historischen Meilenstein im Kampf gegen Kindersterblichkeit in Ghana zu feiern.

„Heute ist ein großartiger Tag für alle Ghanaer. Wir haben die Möglichkeit haben, das Schicksal unserer Kinder – unsere wichtigste Ressource – zu verbessern. Unsere Kinder sind die Zukunft unseres Landes“, sagte die First Lady, die auch die erste Dosis des Impfstoffes gegen den Rotavirus bei der Zeremonie auf dem Independence Square in Accra verteilte.

„Unsere Kinder sind zu lange an diesen durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten gestorben, aber jetzt beginnt die große Gegenoffensive“, sagte der Ghanaische Gesundheitsminister, S.E. M Alban S. K. Bagbin. „Mit den Impfungen wollen und werden wir das vierte Millennium- Entwicklungsziel erreichen, die Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel zu reduzieren“, fügte er hinzu.

Die Einführung in Ghana ist ein weiterer Meilenstein der internationalen Initiative, Kinder in Entwicklungsländern mit Impfstoffen gegen die tödlichsten Krankheiten zu erreichen. Der Impfstoff gegen Pneumokokken hat in den vergangenen Jahren bereits 17, der gegen den Rotavirus sechs GAVI-förderberechtigte Länder erreicht. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2015 weitere 250 Millionen Kinder in 40 Ländern Zugang zu diesen Impfstoffen erhalten.

„Durch all die harte Arbeit und die Anstrengungen, die in diese Doppel-Einführung geflossen sind, hat sich Ghana als Pionier im Kampf gegen Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen durchgesetzt“, sagte der Geschäftsführer der GAVI Alliance, Dr. Seth Berkley. „Der heutige Start dieser Doppel-Impfkampagne ist ein weiterer ambitionierter und ermutigender Schritt dahingehend, lebensrettende Impfstoffe den Kindern, die sie am dringendsten brauchen, schnell und effektiv zugänglich zu machen – ganz gleich wo sie geboren sind“, fügte er hinzu.

Die Impfstoffe wurden durch großzügige Spenden der Geber finanziert, die ghanaische Regierung ko-finanziert das Projekt. Mehr als 400.000 ghanaische Kinder werden dank einer Zuwendung über 1,5 Millionen Britische Pfund von JP Morgan gegen Pneumokokken geimpft. Die britische Regierung fügte im Rahmen des so genannten „GAVI Matching Fund“ noch einmal dieselbe Summe hinzu, so dass der Gesamtbeitrag 3 Millionen Britische Pfund beträgt.

Weltweit könnte GAVIs Unterstützung für den Impfstoff gegen Pneumokokken bis 2030 mehr als 7 Millionen Todesfälle verhindern. GAVIs Unterstützung für den Impfstoff gegen den Rotavirus könnte weitere 2,4 Millionen Kinderleben retten.

Ghanas Verpflichtung, die Gesundheit durch Impfungen zu verbessern, hat sich seit 1978 bewährt, als das so genannte erweiterte Immunisierungsprogramm („Extended Programm on Immunisation“) startete.

„Die Impfraten für Kleinkinder liegen in Ghana heute bei über 90 Prozent“, sagt Dr. Anarfi Asamoa- Baah, Stellvertretender Generaldirektor der WHO. „Zusätzlich zu dem sehr guten Routineimpfprogramm führen wir weitere Immunisierungsmaßnahmen durch, um die Verbreitung von Krankheiten wie Kinderlähmung, Masern und Gelbfieber zu reduzieren.“

Durch die Einführung der Impfstoffe wird Ghana Krankheiten vermeiden und damit auch Zeit und Kosten für teure medizinische Behandlungen einsparen. Dies hilft, Armut zu reduzieren und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die Behandlung von Kindern in Ghana, die an durch Rotaviren verursachtem Durchfall erkrankt sind, kostet den westafrikanischen Staat geschätzte 3,2 Millionen US-Dollar pro Jahr.

„Die Möglichkeiten der lebensrettenden Wirkung der Impfstoffe gegen Pneumokokken und Rotaviren sind enorm. Im Zentrum aller erfolgreichen Maßnahmen steht jedoch ein positiver Verhaltenswandel innerhalb der Gemeinschaften“, sagte die UNICEF-Repräsentantin Dr. Iyabode Olusanmi. „Um sicherzustellen, dass Kinderleben gerettet werden, müssen Eltern verstehen, dass Impfungen gut für die Gesundheit ihrer Kinder sind und sie den Impfkalender vollständig durchführen müssen. Dadurch werden wir die Nachfrage nach Impfungen erhöhen, Einstellungen und Praktiken zum Besseren ändern und solche gesellschaftliche Normen positiv beeinflussen, die nachhaltigen Wandel unterstützen“, fügte sie an.

Die gleichzeitige Einführung der Impfstoffe wurde unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der GAVI Alliance ermöglicht, etwa durch innovative Partnerschaften mit Impfstoffherstellern, welche Kindern in Entwicklungsländern Impfstoffe schneller und für nur einen Bruchteil des Preises, der in Industrieländern verlangt wird, zugänglich machen. 

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